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Paten helfen Aussiedlerjugendlichen in Schule, Beruf und Alltag.
Integrationsprojekt unterstützt jugendliche Zuwanderer in Schwaben

Der Rahmen
Nach der Öffnung Osteuropas sind mehr als zwei Millionen Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Bayern hat in der Zeit über 275.000 aufgenommen. Bei der Verteilung der Aussiedler auf die Bezirke nahm Schwaben im Jahre 006 14.7% auf. Bei der Verteilung wird berücksichtigt, dass die Zugewanderten dorthin gelangen, wo bereits Familienangehörige leben.

Da neben den Aussiedlern, die in Augsburg 12,7% ausmachen, auch die ausländische Bevölkerung den Rahmen für die Zuwanderung nach Schwaben bildet sei sie kurz erwähnt: Von den zugewanderten Ausländern leben die meisten in den kreisfreien Städten des Bezirks Schwaben und haben im Vergleich zum Bezirk insgesamt mit 8,6% im Jahre 2005
hohe Anteile vor allem in Augsburg mit 17,1%, Kempten mit 12% und Memmingen mit 12.2%.

Fast 40 Prozent der nach Bayern insgesamt zugewanderten Aussiedler sind unter 25 Jahre alt, sie werden mittel- und langfristig die Situation in Städten und Gemeinden, Kindergärten und Schulen sowie in der Jugendarbeit beeinflussen. Deshalb verdienen sie besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Das „Patenprojekt“
Das Patenprojekt bietet jungen Menschen aus dem Aussiedlerbereich individuelle Hilfe und Unterstützung durch Patinnen und Paten in Schule, Alltag und Beruf an. Die Paten werden gezielt auf ihre Aufgabe vorbereitet und helfen den Jugendlichen, bei uns zurecht zu kommen und ihre besonderen Fähigkeiten zu fördern. Unter „Patenschaften“ wird eine
mittel- oder längerfristige Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene verstanden, aber auch eine kurzfristige Vermittlung, die weiterverfolgt wird, ggf. Veränderungen sowie neue Aktivitäten ermöglicht.
Unterstützt werden die Beteiligten von einer Regionalkoordinatorin, die an den Bezirksjugendring Schwaben angebunden ist. Sie führt auch Aktivitäten im Bezirk durch. Das Projekt berücksichtigt Erfahrungen und Kompetenzen der Jugendarbeit vor Ort. Regelmäßige Treffen der Paten dienen dem Erfahrungsaustausch, stärken die Identifikation
mit dem Projekt und begünstigen die Etablierung neuer Patenschaften.

Schwaben konkret: Ergebnisse einer Umfrage
Um den Zuwanderern im Bezirk Schwaben gezielt helfen zu können und Informationen über die Lage in den einzelnen Landkreisen zu gewinnen, hat der Bezirksjugendring Schwaben eine Umfrage bei den Kreis- und Stadtjugendringen durchgeführt. Die Adressaten haben die Lage in den kreisfreien Städten und Landkreisen kurz eingeschätzt und Angaben zu
Ansprechpartnern und Paten übermittelt.

Siedlungsschwerpunkte der Aussiedler sind vor allem besondere Stadteile in Augsburg, Memmingen und Kempten, sowie die Städte Kaufbeuren, Leipheim, Augsburg, Höchstädt und Donauwörth. „Siedlungsschwerpunkte“ bedeuten gleichzeitig auch „Netzwerke“ von Zuwanderern. Zu diesen haben auch die Kreis- und Stadtjugendringe wie ihre Partner aus der Jugendpflege oder Streetworker Verbindung. Dabei fällt immer wieder auf, dass die Kenntnisse der jugendlichen Zuwanderer über ihre „neue Heimat“ meist dringend zu verbessern sind.

Was für Einheimische selbstverständlich ist, kann für jugendliche Zuwanderer/Aussiedler dher oft peinlich sein. Sei kennen sich trotz allgemein zugänglicher Daten und Informationen mit dem Bildungs- und Sozialsystem bei uns nicht aus. Mangelnde Sprachkenntnisse, die oft zu einem Rückzug auf die eigene, russischsprachige Welt, führen, kommen hinzu. Ein Aspekt wird dabei in der „einheimischen“ Öffentlichkeit oft vergessen: Jugendliche schämen sich teilweise, sich nicht auszukennen. Auch ihre Eltern sind unsicher und können den Kindern nur selten helfen. Dadurch verlieren sie ihre vormalige Autorität. Somit mangelt es den Zuwandererjugendlichen an Möglichkeiten bzw. eigenem Engagement, sich am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu beteiligen. Eigene Netzwerke, die die russischsprachige Welt stärken begünstigen diesen Trend.

Diese Barrieren mangelnden Dialogs gleichsam „aufzubrechen“ ist ein wichtiges Ziel des Projekts. Mit erfahrenen Fachleuten in Donauwörth, Dillingen, Höchstädt und Augsburg werden derzeit Pilotprojekte gestartet.

Das Projekt zielt auch darauf ab, durch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Netzwerken die „Sprachlosigkeit“ zu überwinden, die zwischen der einheimischen und der Welt der Zuwanderer besteht. Paten und die von ihnen begleiteten Jugendlichen sollen zum Vorbild für neue Ansätze in der Integration werden.


Kontakt
Larisa Bronner
Regionalkoordinatorin Schwaben
c/o Bezirksjugendring Schwaben
Holbeinstraße 12
86150 Augsburg
Tel. 0151-54013668, 0821-517020
Fax 0821-159120
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
http://www.bezirksjugendring-schwaben.de


Peter Hilkes, Landeskoordinator
Bayerischer Jugendring
Herzog-Heinrich-Str. 7
80336 München
Fon 089 – 51458 71, 0160 – 3065061; Fax: 089-5145888
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
http://www.bjr.de

 
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